Alte Baugeräte verkaufen – für viele Bauunternehmen, Handwerksbetriebe, Vermieter und andere gewerbliche Nutzer stellt sich irgendwann genau diese Frage. Geräte, die jahrelang zuverlässig im Einsatz waren, werden irgendwann ersetzt, stehen zunehmend ungenutzt auf dem Betriebshof oder verursachen höhere Wartungs- und Reparaturkosten. Trotzdem bedeutet ein hohes Alter nicht automatisch, dass ein Baugerät keinen Wert mehr besitzt.
Im Gegenteil: Auch ältere Baugeräte können für andere Unternehmen, Händler, Aufbereiter, Exportmärkte oder als Ersatzteilspender interessant sein. Entscheidend ist deshalb nicht allein das Baujahr. Zustand, Hersteller, Modell, Betriebsstunden, Ausstattung, Wartung, vorhandene Unterlagen und die aktuelle Nachfrage spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.
Wenn Sie alte Baugeräte verkaufen möchten, haben Sie grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten. Sie können selbst ein Inserat erstellen, das Gerät über einen Marktplatz anbieten oder den direkten Verkauf an einen spezialisierten Händler beziehungsweise Aufkäufer wählen. Bei mehreren Geräten kann außerdem der Verkauf eines kompletten Bestands oder Maschinenparks interessant sein.
Dieser Beitrag zeigt Ihnen, welche Möglichkeiten beim Verkauf alter Baugeräte bestehen, welche Informationen Sie vorbereiten sollten, wie Sie den Zustand realistisch einschätzen und wann ein Direktverkauf besonders interessant sein kann.
Was gilt überhaupt als altes Baugerät?
Eine feste Grenze, ab wann ein Baugerät als „alt“ gilt, gibt es im praktischen Gebrauchtmaschinenhandel nicht. Ein zehn Jahre altes Gerät kann je nach Typ, Einsatz und Zustand noch sehr interessant sein, während ein deutlich jüngeres Gerät aufgrund eines erheblichen technischen Schadens wirtschaftlich weniger attraktiv sein kann.
Deshalb sollte das Alter immer im Zusammenhang mit dem Gesamtzustand betrachtet werden.
Zu den typischen älteren Baugeräten, die Unternehmen verkaufen, gehören beispielsweise:
- Rüttelplatten
- Stampfer
- Bodenverdichter
- Walzen
- Betonmischer
- Betonsägen
- Fugenschneider
- Trennschneider
- Baukompressoren
- Stromerzeuger
- Baustromaggregate
- Lichtmasten
- Baupumpen
- Bauaufzüge
- Vibrationsgeräte
- Abbruchgeräte
- Bohrgeräte
- Schweißgeräte
- Heizgeräte
- weitere mobile Baugeräte
Auch ältere Geräte mit vielen Betriebsstunden können einen Markt haben. Ebenso können Baugeräte mit optischen Gebrauchsspuren, Reparaturbedarf oder technischen Mängeln für bestimmte Käufergruppen interessant sein.
Alte Baugeräte sind nicht automatisch wertlos
Ein häufiger Fehler besteht darin, ein altes Baugerät ausschließlich nach seinem Alter zu beurteilen. Für einen potenziellen Käufer kann ein älteres Gerät durchaus interessant sein, wenn es robust gebaut ist, Ersatzteile verfügbar sind oder es für bestimmte Einsatzzwecke weiterhin wirtschaftlich betrieben werden kann.
Besonders relevant können dabei bekannte Marken, bewährte Modelle und eine nachvollziehbare Wartungshistorie sein.
Auch ein Baugerät mit hohen Betriebsstunden muss deshalb nicht zwangsläufig aussortiert werden. Ein Käufer kann zu einer anderen wirtschaftlichen Bewertung kommen als der bisherige Eigentümer. Was für ein Bauunternehmen nicht mehr wirtschaftlich genug ist, kann für einen anderen Betrieb, einen Händler oder einen Aufbereiter durchaus interessant sein.
Der entscheidende Punkt lautet daher: Nicht vorschnell vom Buchwert, Alter oder bisherigen Einsatz auf den tatsächlichen Verkaufswert schließen.
Welche alten Baugeräte können Sie verkaufen?
Grundsätzlich kommen sehr unterschiedliche Baugeräte für einen Verkauf infrage.
Dazu zählen sowohl motorisierte als auch elektrische und mechanische Geräte. Auch Geräte, die nicht mehr regelmäßig eingesetzt werden, können grundsätzlich angeboten werden.
Interessant sind unter anderem:
- Verdichtungsgeräte
- Schneidgeräte
- Bohrgeräte
- Beton- und Mörteltechnik
- Pumpen
- Kompressoren
- Generatoren
- Lichtmasten
- Transportgeräte
- Fördertechnik
- Heizgeräte
- Bauaufzüge
- Anbaugeräte
- Werkzeuge und Spezialgeräte
Darüber hinaus können auch komplette Gerätesätze oder mehrere unterschiedliche Baugeräte gemeinsam verkauft werden.
Alte Baugeräte verkaufen: Welche Möglichkeiten gibt es?
Wenn Sie alte Baugeräte verkaufen möchten, stehen Ihnen verschiedene Verkaufswege offen. Welcher davon am besten geeignet ist, hängt unter anderem davon ab, wie schnell Sie verkaufen möchten, welchen Aufwand Sie betreiben wollen und ob Sie selbst einen möglichst hohen Verkaufspreis erzielen oder eine unkomplizierte Abwicklung bevorzugen.
1. Verkauf über ein eigenes Inserat
Der klassische Weg ist das eigene Inserat auf einem Online-Marktplatz oder einer spezialisierten Plattform für gebrauchte Maschinen und Baugeräte.
Sie erstellen die Beschreibung selbst, stellen Fotos ein und legen einen Verkaufspreis fest.
Der Vorteil: Sie erreichen potenziell viele Interessenten.
Der Nachteil: Sie übernehmen auch die gesamte Kommunikation. Dazu gehören Rückfragen, Preisverhandlungen, Besichtigungstermine, technische Fragen und letztlich die Organisation der Abholung.
2. Direktverkauf an einen Händler
Eine weitere Möglichkeit ist der direkte Verkauf an einen Händler beziehungsweise spezialisierten Käufer.
Dieser Weg kann besonders interessant sein, wenn Sie den Verkaufsprozess möglichst einfach halten möchten. Statt selbst eine öffentliche Vermarktung aufzubauen, stellen Sie die relevanten Informationen zum Baugerät zusammen und lassen prüfen, ob Interesse besteht.
Das kann insbesondere bei älteren Geräten sinnvoll sein, bei denen die Zielgruppe kleiner ist oder eine aufwendige Einzelvermarktung in keinem vernünftigen Verhältnis zum erwarteten Erlös steht.
3. Verkauf mehrerer Baugeräte als Paket
Wenn sich auf Ihrem Betriebshof mehrere ältere Baugeräte befinden, sollten Sie nicht automatisch jedes Gerät einzeln betrachten.
Ein Paketverkauf kann eine interessante Alternative sein. Statt zehn einzelne Inserate zu erstellen, erfassen Sie den Bestand und stellen ihn einem potenziellen Käufer als Gesamtpaket vor.
Das kann beispielsweise bei einem Gerätebestand aus einem Bauunternehmen oder bei der Modernisierung eines Mietparks interessant sein.
4. Verkauf von Baugeräten mit Reparaturbedarf
Auch ein reparaturbedürftiges Baugerät kann grundsätzlich verkauft werden.
Ob sich eine Reparatur vor dem Verkauf lohnt, hängt vom konkreten Gerät und vom voraussichtlichen Mehrwert ab.
Bei einem älteren Gerät kann es wirtschaftlich sinnvoller sein, den tatsächlichen Zustand transparent anzugeben, anstatt noch erhebliche Reparaturkosten zu investieren.
5. Verkauf defekter Baugeräte
Selbst ein defektes Baugerät muss nicht zwingend entsorgt werden.
Je nach Gerät können Motor, Hydraulik, Elektrik, Gehäuse, Rahmen oder andere Komponenten für eine Reparatur, Aufbereitung oder Ersatzteilgewinnung interessant sein.
Wichtig ist eine möglichst genaue Fehlerbeschreibung. Wenn die Ursache eines Defekts nicht bekannt ist, sollten Sie das ausdrücklich mitteilen und keine Diagnose erfinden.
Alte Baugeräte vor dem Verkauf richtig erfassen
Bevor Sie einen Preis erwarten oder eine Verkaufsanfrage stellen, sollten Sie den vorhandenen Bestand möglichst systematisch erfassen.
Für jedes Gerät sind insbesondere folgende Angaben hilfreich:
- Hersteller
- Modell
- Typ
- Baujahr
- Seriennummer
- Betriebsstunden
- Motorisierung
- Leistung
- Abmessungen
- Gewicht
- Ausstattung
- Zubehör
- technischer Zustand
- optischer Zustand
- bekannte Schäden
- Wartungshistorie
- Reparaturen
- Standort
Sie müssen dabei nicht für jedes Gerät einen professionellen Maschinenbericht erstellen. Eine übersichtliche und ehrliche Bestandsaufnahme reicht für eine erste Einschätzung häufig bereits deutlich weiter als eine unvollständige Beschreibung.
Typenschild und Seriennummer sind besonders wichtig
Bei älteren Baugeräten sind Typenschild und Seriennummer besonders hilfreich.
Fotografieren Sie das Typenschild möglichst vollständig und lesbar. Gerade bei älteren Maschinen kann die Modellbezeichnung auf dem Gerät selbst teilweise schwer zu erkennen sein.
Das Typenschild kann wichtige Informationen liefern und erleichtert die eindeutige Identifikation des Baugeräts.
Wenn das Typenschild fehlt oder nicht mehr lesbar ist, sollten Sie dies ebenfalls angeben.
Betriebsstunden alter Baugeräte richtig bewerten
Bei motorisierten Baugeräten gehören die Betriebsstunden zu den wichtigsten Informationen.
Viele Betriebsstunden wirken auf den ersten Blick negativ. Sie sollten jedoch immer gemeinsam mit Wartung und technischem Zustand betrachtet werden.
Ein älteres Gerät mit hoher Betriebsstundenzahl und nachvollziehbarer Wartung kann unter Umständen interessanter sein als ein weniger genutztes Gerät, dessen Zustand unbekannt ist.
Wenn ein Betriebsstundenzähler vorhanden ist, fotografieren Sie ihn.
Wenn der Zähler defekt ist oder keine zuverlässige Aussage mehr möglich ist, sollten Sie dies transparent dokumentieren.
Den Zustand alter Baugeräte realistisch beschreiben
Eine gute Zustandsbeschreibung sollte nicht versuchen, ein altes Baugerät besser darzustellen, als es tatsächlich ist.
Unterscheiden Sie beispielsweise zwischen:
- gebraucht mit normalen Gebrauchsspuren
- stark gebraucht
- technisch funktionsfähig
- eingeschränkt funktionsfähig
- wartungsbedürftig
- reparaturbedürftig
- defekt
- nicht geprüft
Wenn Sie die Maschine selbst nicht vollständig geprüft haben, sollten Sie keine umfassende technische Funktionsfähigkeit bestätigen.
Das gilt insbesondere bei lange eingelagerten Geräten.
Was ist bei lange ungenutzten Baugeräten zu beachten?
Ein Baugerät, das mehrere Jahre ungenutzt auf dem Betriebshof stand, sollte besonders sorgfältig beschrieben werden.
Lange Standzeiten können beispielsweise dazu führen, dass Batterien entladen sind, Dichtungen altern oder Komponenten Korrosionsspuren aufweisen.
Auch Kraftstoff- und Hydrauliksysteme sowie elektrische Komponenten können nach längerer Stillstandszeit einer Prüfung bedürfen.
Wenn das Gerät seit längerer Zeit nicht betrieben wurde, ist die Angabe „zuletzt vor mehreren Jahren eingesetzt“ wesentlich hilfreicher als eine pauschale Aussage wie „funktioniert einwandfrei“.
Alte Baugeräte mit Reparaturbedarf verkaufen
Bei älteren Baugeräten stellt sich häufig die Frage: Erst reparieren oder direkt verkaufen?
Eine pauschale Antwort gibt es nicht.
Sie sollten zunächst abschätzen, welche Reparaturen erforderlich sind und welche Kosten dadurch entstehen.
Danach können Sie überlegen, welchen zusätzlichen Verkaufserlös eine Reparatur realistisch bringen könnte.
Wenn ein altes Baugerät beispielsweise einen erheblichen Motorschaden aufweist und eine Reparatur einen hohen vierstelligen oder sogar fünfstelligen Betrag erfordern würde, kann ein Verkauf im vorhandenen Zustand wirtschaftlich interessanter sein.
Bei kleineren Reparaturen kann die Situation dagegen anders aussehen.
Entscheidend ist immer die individuelle Kalkulation.
Alte Baugeräte mit Zubehör verkaufen
Prüfen Sie vor dem Verkauf, welches Zubehör zum jeweiligen Gerät gehört.
Das können beispielsweise sein:
- Werkzeuge
- Schläuche
- Kabel
- Adapter
- Schaufeln
- Verdichtungsplatten
- Schneidwerkzeuge
- Transportgestelle
- Wechselkomponenten
- Ersatzteile
- Bedienungsanleitungen
Wenn Sie mehrere Zubehörteile besitzen, sollten Sie diese eindeutig dem jeweiligen Gerät zuordnen.
So vermeiden Sie später Missverständnisse darüber, was tatsächlich zum Verkaufsumfang gehört.
Fotos: So dokumentieren Sie alte Baugeräte richtig
Gute Fotos können die erste Einschätzung erheblich erleichtern.
Fotografieren Sie möglichst:
- das komplette Gerät
- Vorderseite
- Rückseite
- beide Seiten
- Typenschild
- Betriebsstundenzähler
- Motor
- Bedienelemente
- wichtige technische Komponenten
- Zubehör
- Reifen beziehungsweise Fahrwerk
- sichtbare Schäden
Besonders wichtig: Fotografieren Sie Schäden nicht nur aus großer Entfernung. Detailaufnahmen helfen dabei, den Zustand realistischer einzuschätzen.
Sollten alte Baugeräte vor dem Verkauf gereinigt werden?
Eine grundlegende Reinigung kann sinnvoll sein.
Grober Schmutz kann technische Komponenten verdecken und erschwert die Beurteilung des tatsächlichen Zustands.
Sie müssen aus einem zehn oder zwanzig Jahre alten Baugerät allerdings kein neuwertiges Ausstellungsstück machen.
Normale Gebrauchsspuren gehören bei gebrauchten Baugeräten dazu. Entscheidend ist, dass relevante technische und optische Schäden erkennbar bleiben.
Wie wird der Wert alter Baugeräte bestimmt?
Der Wert eines alten Baugeräts ergibt sich aus mehreren Faktoren.
Eine Rolle spielen insbesondere:
- Hersteller
- Modell
- Baujahr
- Betriebsstunden
- technischer Zustand
- Wartungszustand
- Ausstattung
- Zubehör
- Ersatzteilverfügbarkeit
- aktuelle Marktnachfrage
- Einsatzmöglichkeiten
- Standort
- Transportaufwand
Bei älteren Geräten kann der technische Zustand einen besonders großen Unterschied machen.
Ein funktionierender Kompressor ist beispielsweise anders zu bewerten als ein äußerlich ähnliches Gerät, dessen Motor nicht mehr startet.
Ebenso kann ein gepflegtes Verdichtungsgerät mit nachvollziehbarer Wartung anders bewertet werden als ein Gerät mit unbekannter Historie und erheblichen Gebrauchsspuren.
Der ursprüngliche Kaufpreis ist nicht der heutige Marktwert
Ein häufiger Denkfehler beim Verkauf alter Baugeräte besteht darin, den damaligen Kaufpreis als Grundlage für die heutige Preisvorstellung zu verwenden.
Der ursprüngliche Neupreis kann zwar eine interessante Hintergrundinformation sein, sagt aber allein wenig über den heutigen Marktwert aus.
Entscheidend ist, was ein Käufer heute für ein vergleichbares gebrauchtes Gerät bezahlen würde und welche Kosten gegebenenfalls für Transport, Wartung, Reparatur oder Aufbereitung entstehen.
Selbst verkaufen oder direkt an einen Händler?
Diese Frage hängt vor allem von Ihren Prioritäten ab.
Wenn Sie möglichst viel Zeit in die Vermarktung investieren möchten, können Sie das Gerät selbst inserieren und verschiedene Interessenten ansprechen.
Wenn Ihnen dagegen eine unkomplizierte Abwicklung wichtiger ist, kann ein Direktverkauf an einen spezialisierten Käufer interessant sein.
Bei der Entscheidung sollten Sie nicht nur den möglichen Verkaufspreis betrachten.
Auch Ihr eigener Aufwand besitzt einen wirtschaftlichen Wert.
Wenn Sie mehrere Stunden für Fotos, Inserat, Telefonate, Besichtigungen und Preisverhandlungen aufwenden müssen, entstehen ebenfalls Kosten – insbesondere für Unternehmen und Unternehmer, deren eigentliche Arbeitszeit anderweitig benötigt wird.
Alte Baugeräte ohne Inserat verkaufen
Wenn Sie kein öffentliches Inserat erstellen möchten, können Sie den direkten Verkaufsweg wählen.
Dafür benötigen Sie im Grunde ein kompaktes Datenpaket:
- Gerätetyp
- Hersteller
- Modell
- Baujahr
- Betriebsstunden
- Zustand
- bekannte Schäden
- Zubehör
- Fotos
- Standort
Auf dieser Grundlage kann geprüft werden, ob das Gerät für einen direkten Ankauf infrage kommt.
Dieser Weg kann gerade bei alten Baugeräten interessant sein, bei denen Sie sich nicht über Wochen mit mehreren Einzelinteressenten beschäftigen möchten.
Alte Baugeräte aus einem Bauunternehmen verkaufen
In Bauunternehmen sammeln sich im Laufe der Jahre häufig unterschiedliche Baugeräte an.
Ein Teil wird regelmäßig eingesetzt, andere Geräte nur noch gelegentlich. Wieder andere stehen möglicherweise bereits seit längerer Zeit ungenutzt auf dem Betriebshof.
Hier kann eine systematische Bestandsaufnahme sinnvoll sein.
Sortieren Sie die Geräte beispielsweise in:
- weiterhin regelmäßig genutzt
- selten genutzt
- nicht mehr benötigt
- reparaturbedürftig
- defekt
- unklarer Zustand
Gerade die letzten drei Kategorien werden häufig über Jahre aufbewahrt, obwohl sie im laufenden Betrieb keinen Mehrwert mehr erzeugen.
Ein Verkauf kann deshalb nicht nur einen Erlös erzielen, sondern gleichzeitig Lager- und Stellflächen freimachen.
Alte Baugeräte aus einem Mietpark verkaufen
Auch für Baumaschinenvermieter und Mietparks kann der Verkauf älterer Geräte zum normalen Bestandsmanagement gehören.
Nach einer bestimmten Nutzungsdauer können Wartungsaufwand, Alter, Betriebsstunden oder die Nachfrage nach einem bestimmten Modell dazu führen, dass ein Gerät aus dem Mietbestand genommen wird.
Für einen solchen Verkauf ist eine gute Dokumentation besonders wertvoll.
Wenn Betriebsstunden, Wartungen und Reparaturen nachvollziehbar erfasst wurden, können diese Informationen an potenzielle Käufer weitergegeben werden.
Was passiert mit sehr alten oder defekten Baugeräten?
Auch bei sehr alten Baugeräten sollte zunächst geprüft werden, ob ein Verkauf möglich ist.
Je nach Gerät können verschiedene Verwertungswege infrage kommen.
Ein Gerät kann beispielsweise:
- weiterbetrieben werden
- repariert werden
- aufbereitet werden
- als Gebrauchtgerät weiterverkauft werden
- für einen anderen Einsatzbereich verwendet werden
- als Ersatzteilträger dienen
- zur Aufarbeitung verwendet werden
- exportiert werden
- letztlich verwertet beziehungsweise verschrottet werden
Welcher Weg sinnvoll ist, hängt vom konkreten Gerät ab.
Was ist bei gebrauchten Baugeräten hinsichtlich Sicherheit wichtig?
Beim Verkauf alter Baugeräte sollte zwischen dem Verkauf eines gebrauchten Geräts und dessen späterem Einsatz unterschieden werden.
Die DGUV weist darauf hin, dass bei gebrauchten Maschinen vor einem erneuten betrieblichen Einsatz die Anforderungen der Betriebssicherheitsverordnung zu berücksichtigen sind. Bei Gebrauchtmaschinen gibt es zudem besondere Konstellationen, etwa bei einer erstmaligen Einfuhr in den Europäischen Wirtschaftsraum oder bei wesentlichen Veränderungen.
Bei elektrischen Baugeräten sind ebenfalls die jeweiligen Anforderungen an elektrische Anlagen und Betriebsmittel zu berücksichtigen. Die DGUV Information 203-006 behandelt ausdrücklich elektrische Anlagen und Betriebsmittel auf Bau- und Montagestellen.
Als Verkäufer sollten Sie deshalb bekannte Mängel und den tatsächlichen Zustand nicht verschweigen. Welche rechtlichen Angaben, Prüfungen oder Dokumentationen im Einzelfall erforderlich sind, hängt vom jeweiligen Gerät, seiner bisherigen Nutzung und dem konkreten Verkaufsfall ab.
Welche Unterlagen sollten Sie für den Verkauf vorbereiten?
Wenn vorhanden, sollten Sie alle relevanten Unterlagen zusammentragen.
Dazu können gehören:
- Bedienungsanleitung
- technische Datenblätter
- Wartungsnachweise
- Reparaturrechnungen
- Ersatzteilrechnungen
- Dokumentation von Umbauten
- Prüfunterlagen
- frühere Kaufunterlagen
- Maschinenpapiere
Nicht jedes alte Baugerät wird über eine vollständige Dokumentation verfügen. Fehlende Unterlagen sollten daher nicht künstlich ergänzt oder durch Vermutungen ersetzt werden.
Checkliste: Alte Baugeräte verkaufen
Mit dieser Checkliste können Sie Ihren Verkaufsprozess vorbereiten:
- Hersteller feststellen
- Modell feststellen
- Typenschild fotografieren
- Seriennummer dokumentieren
- Baujahr erfassen
- Betriebsstunden erfassen
- Motor- und Leistungsdaten zusammentragen
- Ausstattung dokumentieren
- Zubehör erfassen
- technischen Zustand prüfen
- bekannte Defekte notieren
- Reparaturbedarf dokumentieren
- Wartungsnachweise zusammensuchen
- Unterlagen zusammentragen
- Gerät reinigen
- Gesamtfotos erstellen
- Detailfotos erstellen
- Schäden fotografieren
- Standort festhalten
- Verkaufsweg auswählen
Alte Baugeräte verkaufen: Wann ist ein Direktverkauf sinnvoll?
Ein Direktverkauf kann insbesondere dann interessant sein, wenn Sie eine unkomplizierte Lösung bevorzugen.
Das gilt beispielsweise, wenn:
- das Gerät nicht mehr benötigt wird
- das Baugerät bereits lange ungenutzt steht
- Sie keine Zeit für Inserate haben
- Sie Preisverhandlungen mit vielen Interessenten vermeiden möchten
- das Gerät älter ist
- das Gerät viele Betriebsstunden hat
- Reparaturbedarf besteht
- das Gerät defekt ist
- mehrere Baugeräte gleichzeitig verkauft werden sollen
- ein kompletter Gerätebestand reduziert werden soll
Gerade bei mehreren Geräten kann der direkte Kontakt zu einem spezialisierten Käufer den Verkaufsprozess vereinfachen.
Alte Baugeräte an das BAUMASCHINENZENTRUM verkaufen
Wenn Sie alte Baugeräte verkaufen möchten, können Sie Ihre Geräte dem BAUMASCHINENZENTRUM zur Einschätzung vorstellen.
Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein einzelnes Baugerät oder um mehrere Geräte aus Ihrem Bestand handelt. Für eine erste Einschätzung sind insbesondere Hersteller, Modell, Baujahr, Betriebsstunden und der tatsächliche Zustand interessant.
Ergänzen Sie Ihre Anfrage möglichst mit aussagekräftigen Fotos. Besonders hilfreich sind Bilder des gesamten Geräts, des Typenschilds, des Betriebsstundenzählers, wichtiger technischer Komponenten und vorhandener Schäden.
Auch ältere Baugeräte mit hohen Betriebsstunden, Reparaturbedarf oder technischen Mängeln können vorgestellt werden. Entscheidend ist eine möglichst transparente Beschreibung des vorhandenen Zustands.
Wenn Sie mehrere alte Baugeräte verkaufen möchten, kann es sinnvoll sein, zunächst den gesamten Bestand zu erfassen, anstatt jedes Gerät einzeln zu betrachten. So entsteht ein wesentlich besserer Überblick über die tatsächlich abzugebenden Geräte.
Vom einzelnen Baugerät bis zum kompletten Bestand
Der Verkauf alter Baugeräte muss nicht kompliziert sein. Beginnen Sie mit einer Bestandsaufnahme und erfassen Sie für jedes Gerät die wichtigsten technischen Daten. Anschließend dokumentieren Sie Zustand, Betriebsstunden, Zubehör und vorhandene Schäden.
Danach entscheiden Sie, ob Sie jedes Gerät einzeln vermarkten oder mehrere Geräte gemeinsam anbieten möchten.
Gerade bei älteren Baugeräten sollten Sie dabei nicht nur auf das Alter schauen. Ein robustes und gepflegtes Gerät kann auch nach vielen Jahren noch interessant sein. Umgekehrt kann ein relativ junges Gerät aufgrund eines erheblichen Schadens einen deutlich geringeren Wert besitzen.
Fazit: Alte Baugeräte verkaufen statt ungenutzt stehen lassen
Wenn Sie alte Baugeräte verkaufen möchten, sollten Sie nicht vorschnell davon ausgehen, dass sich ein Verkauf nicht mehr lohnt. Alter, Betriebsstunden und Gebrauchsspuren sind wichtige Faktoren – aber nicht die einzigen.
Hersteller, Modell, technischer Zustand, Ausstattung, Wartung, Zubehör und aktuelle Nachfrage können ebenfalls entscheidend sein.
Auch alte Baugeräte mit vielen Betriebsstunden oder Reparaturbedarf können für bestimmte Käufer interessant sein. Selbst defekte Geräte können je nach Bauart und vorhandenen Komponenten noch einen Verwertungswert besitzen.
Sie haben grundsätzlich mehrere Möglichkeiten: den Eigenverkauf über ein Inserat, den Verkauf über einen Marktplatz, den direkten Verkauf an einen spezialisierten Käufer oder – bei mehreren Geräten – die Abgabe eines größeren Bestands.
Der wichtigste Schritt besteht deshalb zunächst darin, den eigenen Bestand realistisch zu erfassen. Sammeln Sie technische Daten, fotografieren Sie Typenschilder und Betriebsstundenzähler, dokumentieren Sie Schäden und stellen Sie vorhandene Unterlagen zusammen.
So schaffen Sie eine solide Grundlage für eine realistische Einschätzung und können anschließend entscheiden, welcher Verkaufsweg für Ihre alten Baugeräte am besten passt.
Wenn alte Baugeräte nicht mehr benötigt werden, müssen sie nicht jahrelang Platz auf dem Betriebshof beanspruchen. Eine strukturierte Bestandsaufnahme zeigt häufig schnell, welche Geräte noch einen interessanten Verkaufswert besitzen und welche sinnvollerweise aus dem Bestand herausgelöst werden können.
