Eine schwere Baumaschine zu verkaufen ist etwas anderes, als ein kleines Baugerät oder eine kompakte Maschine zu versenden. Bei einem Bagger, Radlader, Raupenbagger, Dumper, Teleskoplader, Brecher oder einer anderen schweren Baumaschine gehört die Abholung praktisch zum gesamten Verkaufsprozess dazu.
Spätestens nach der Einigung über den Verkauf stellt sich deshalb die Frage: Wie kommt die Maschine vom bisherigen Standort zum Käufer?
Je nach Maschinengewicht, Abmessungen, Zustand und Standort kann die Abholung relativ unkompliziert erfolgen oder eine umfangreiche Transportplanung erforderlich machen. Bei besonders schweren oder großen Maschinen können Spezialfahrzeuge, geeignete Verladetechnik, eine detaillierte Routenplanung und gegebenenfalls behördliche Genehmigungen erforderlich sein.
Bei einem Transport auf öffentlichen Straßen können insbesondere tatsächliche Gesamtmasse, Achslasten und Abmessungen entscheidend sein. Überschreiten Fahrzeug oder Ladung die zulässigen Grenzen, können entsprechende Erlaubnisse beziehungsweise Ausnahmegenehmigungen erforderlich werden.
Für Verkäufer bedeutet das: Die Abholung sollte nicht erst am Tag der Übergabe geplant werden. Je früher die relevanten Informationen über die Maschine und den Abholort vorliegen, desto besser kann der Transport vorbereitet werden.
In diesem Beitrag erfahren Sie, wie die Abholung einer schweren Baumaschine typischerweise abläuft, welche Angaben benötigt werden, wann ein Tieflader oder Spezialtransport erforderlich sein kann und was Sie als Verkäufer vorbereiten sollten.
Warum die Abholung bei schweren Baumaschinen besonders wichtig ist
Bei einer schweren Baumaschine endet der Verkauf nicht mit der Unterschrift unter dem Kaufvertrag.
Die Maschine muss anschließend sicher vom bisherigen Standort entfernt und zum neuen Bestimmungsort transportiert werden.
Bei einer kleinen Baumaschine kann der Transport unter Umständen mit einem geeigneten Anhänger oder Transportfahrzeug erfolgen. Bei schweren Maschinen sieht die Situation häufig anders aus.
Ein größerer Bagger oder Radlader kann mehrere Tonnen wiegen. Zusätzlich können Ausleger, Schaufel, Arbeitsausrüstung, Reifen oder andere Komponenten die Transportabmessungen beeinflussen.
Deshalb müssen beim Verkauf einer schweren Baumaschine mehrere Fragen gleichzeitig beantwortet werden:
- Wie schwer ist die Maschine tatsächlich?
- Welche Abmessungen hat sie?
- Ist sie fahrbereit?
- Kann sie selbstständig verladen werden?
- Welches Transportfahrzeug wird benötigt?
- Kann der Abholort mit diesem Fahrzeug erreicht werden?
- Muss die Maschine für den Transport vorbereitet oder teilweise demontiert werden?
- Ist eine Genehmigung erforderlich?
- Wer organisiert die Abholung?
- Wer trägt die Transportkosten?
Eine gute Vorbereitung reduziert dabei nicht nur organisatorischen Aufwand. Sie kann auch verhindern, dass ein bereits geplanter Abholtermin wegen fehlender Informationen oder ungeeigneter Transporttechnik verschoben werden muss.
Welche schweren Baumaschinen können abgeholt werden?
Grundsätzlich können sehr unterschiedliche Baumaschinen direkt am Standort abgeholt werden.
Dazu gehören beispielsweise:
- große Kettenbagger
- Mobilbagger
- Radlader
- Raupenbagger
- Raupenlader
- Planierraupen
- Grader
- schwere Dumper
- Muldenkipper
- Teleskoplader
- Brecheranlagen
- Siebanlagen
- Fräsen
- Bohrgeräte
- Abbruchmaschinen
- schwere Walzen
- Recyclingmaschinen
Auch ältere, beschädigte oder nicht fahrbereite Maschinen können grundsätzlich Gegenstand eines Verkaufs sein. In diesem Fall muss allerdings die Abholung anders geplant werden als bei einer voll funktionsfähigen und fahrbereiten Maschine.
Der erste Schritt: Gewicht und Abmessungen der Maschine ermitteln
Für die Transportplanung gehören Gewicht und Abmessungen zu den wichtigsten Informationen.
Idealerweise liegen die technischen Daten bereits aus Herstellerunterlagen, Datenblättern oder vorhandenen Maschinenunterlagen vor.
Relevant sind insbesondere:
- Gesamtgewicht der Maschine
- Länge
- Breite
- Höhe
- gegebenenfalls Transportgewicht
- Abmessungen der Arbeitsausrüstung
- Gewicht von Zusatz- und Anbaugeräten
Bei einem Großraum- oder Schwertransport werden unter anderem tatsächliche Länge, Breite, Höhe, Gesamtmasse und Achslasten benötigt. Auch Angaben zur Anzahl der Achsen und zu Achsabständen können Bestandteil der erforderlichen Transportdaten sein.
Deshalb sollten Verkäufer nicht lediglich „ca. 30 Tonnen“ angeben, wenn präzisere Daten verfügbar sind.
Warum das tatsächliche Gewicht entscheidend ist
Das tatsächliche Transportgewicht kann von einer einfachen Herstellerangabe abweichen.
Zusätzliche Ausrüstung, Anbaugeräte oder andere Komponenten können das Gesamtgewicht verändern.
Ein Bagger mit Standardschaufel hat beispielsweise eine andere Transportkonfiguration als derselbe Bagger mit schwerem Abbruchwerkzeug oder mehreren zusätzlichen Ausrüstungen.
Für die Auswahl des Transportfahrzeugs sollte deshalb möglichst klar sein, welche Komponenten tatsächlich mittransportiert werden.
Baumaschine fahrbereit oder nicht fahrbereit?
Eine der wichtigsten Fragen bei der Abholung lautet: Kann die Maschine selbstständig bewegt werden?
Bei einer fahrbereiten Maschine kann der Verladeprozess unter Umständen wesentlich einfacher organisiert werden.
Bei einer nicht fahrbereiten Maschine muss dagegen geklärt werden, wie sie aus ihrer Abstellposition heraus und auf das Transportfahrzeug gebracht werden kann.
Deshalb sollten Sie bereits beim Verkauf angeben, ob:
- der Motor startet,
- die Maschine fährt,
- die Lenkung funktioniert,
- die Hydraulik funktioniert,
- die Arbeitsausrüstung bewegt werden kann und
- die Maschine selbstständig verladen werden kann.
Bekannte technische Defekte sollten transparent angegeben werden. Das ermöglicht eine realistische Planung der Abholung und verhindert unnötige Überraschungen vor Ort.
Wie wird eine schwere Baumaschine verladen?
Die Art der Verladung hängt von der Maschine und ihrer Abholsituation ab.
Bei einer fahrbereiten Baumaschine kann das Auffahren auf einen geeigneten Tieflader eine Möglichkeit sein, sofern Maschine, Transportfahrzeug und örtliche Bedingungen dies zulassen.
Bei einer nicht fahrbereiten Maschine kann dagegen zusätzliche Hebe- oder Verladetechnik erforderlich sein.
Welche Technik eingesetzt wird, hängt unter anderem von Gewicht, Bauform, Abstellposition und den Platzverhältnissen ab.
Die konkrete Verladung sollte entsprechend der technischen Anforderungen und durch dafür qualifizierte Personen erfolgen.
Tieflader für den Transport schwerer Baumaschinen
Für viele schwere Baumaschinen kommen Tieflader oder andere geeignete Spezialfahrzeuge zum Einsatz.
Der Vorteil eines Tiefladers liegt unter anderem darin, dass schwere und teilweise hohe Maschinen transportiert werden können, wobei die konkrete Fahrzeugauswahl immer von den tatsächlichen Gewichts- und Abmessungsverhältnissen abhängt.
Für die Transportplanung muss daher nicht nur das Gewicht der Maschine bekannt sein. Auch die Kombination aus Zugfahrzeug, Anhänger beziehungsweise Auflieger und Ladung muss betrachtet werden.
Wann wird aus einem Maschinentransport ein Schwertransport?
Ob ein Transport als Großraum- oder Schwertransport einzustufen ist, hängt von den jeweils zulässigen Maßen, Achslasten und Gesamtgewichten ab.
Das Bundesportal weist darauf hin, dass für Fahrzeuge beziehungsweise Fahrzeugkombinationen mit Überschreitungen der allgemein zulässigen Abmessungen, Achslasten oder Gesamtgewichte eine entsprechende Erlaubnis erforderlich sein kann. Auch die Ladung selbst kann eine Ausnahmegenehmigung erforderlich machen, wenn sie die zulässigen Maße überschreitet.
Als Beispiele für technische Größenordnungen nennt das Bundesportal unter anderem Überschreitungen von 2,55 Metern Breite, 4,00 Metern Höhe oder 41,8 Tonnen Gesamtgewicht im Zusammenhang mit Großraum- und Schwertransporten. Die konkrete rechtliche Einordnung hängt jedoch vom jeweiligen Transport und Fahrzeug ab.
Deshalb sollte nicht allein anhand des Maschinengewichts entschieden werden, ob ein Sondertransport erforderlich ist.
Wer organisiert die Genehmigung für einen Schwertransport?
Wenn für den Transport eine Erlaubnis oder Ausnahmegenehmigung erforderlich ist, sollte frühzeitig geklärt werden, wer diese organisiert.
In Deutschland können entsprechende Verfahren über VEMAGS abgewickelt werden. Für einen Antrag sind unter anderem Angaben zur vorgesehenen Strecke sowie zu Länge, Breite, Höhe, Gesamtmasse und Achslasten erforderlich.
Je nach Transport können außerdem Auflagen für die Durchführung entstehen. Dazu können beispielsweise zeitliche Einschränkungen oder Anforderungen an Begleitfahrzeuge gehören.
Für den Verkäufer bedeutet das vor allem: Wenn die Maschine sehr groß oder schwer ist, sollte der Transport nicht kurzfristig improvisiert werden.
Die Abholstrecke muss ebenfalls geprüft werden
Eine schwere Baumaschine kann auf dem Papier problemlos transportierbar sein und dennoch am tatsächlichen Abholort auf Schwierigkeiten stoßen.
Deshalb sollte die gesamte Strecke vom Abstellplatz bis zur öffentlichen Straße betrachtet werden.
Prüfen Sie beispielsweise:
- Breite der Zufahrt
- Höhe von Durchfahrten
- enge Kurven
- Brücken und mögliche Gewichtsbeschränkungen
- Steigungen und Gefälle
- Rangiermöglichkeiten
- Untergrund
- Platz vor der Halle
- mögliche Hindernisse
- Zufahrt für einen Tieflader
Bei Sondertransporten ist die Streckenplanung besonders relevant. Behörden können im Genehmigungsverfahren die vorgesehene Strecke und deren Eignung prüfen.
Schwere Baumaschine aus einer Halle abholen
Steht die Maschine in einer Halle, kommen zusätzliche Fragen hinzu.
Wichtig sind insbesondere:
- Hallentorbreite
- Hallentorhöhe
- Innenhöhe
- Rangierfläche
- Abstellposition der Maschine
- Breite der Fahrwege
- mögliche Hindernisse
- Fahrbereitschaft
Wenn die Maschine nicht selbstständig aus der Halle gefahren werden kann, muss zusätzlich geklärt werden, welche Verladetechnik eingesetzt werden kann.
Fotos von der Maschine in ihrer tatsächlichen Abstellposition können bei der Planung besonders hilfreich sein.
Schwere Baumaschine von einer Baustelle abholen
Auch eine Abholung direkt von einer Baustelle ist möglich, kann aber zusätzliche organisatorische Anforderungen mit sich bringen.
Der Verkäufer sollte beispielsweise klären, ob der Standort mit einem Transportfahrzeug erreichbar ist und ob die Baustelle zum vorgesehenen Abholzeitpunkt zugänglich ist.
Darüber hinaus kann es erforderlich sein, dass auf der Baustelle ausreichend Platz für Rangieren und Verladung vorhanden ist.
Bei engen Baustellenzufahrten sollte die Situation möglichst frühzeitig anhand von Fotos, Videos oder einer Vor-Ort-Besichtigung beurteilt werden.
Was muss der Verkäufer für die Abholung vorbereiten?
Die Vorbereitung hängt von der konkreten Maschine ab. Einige grundlegende Punkte können jedoch fast immer geprüft werden.
1. Maschine zugänglich machen
Die Maschine sollte am Abholtag erreichbar und nicht durch andere Maschinen, Fahrzeuge oder Material blockiert sein.
2. Schlüssel bereithalten
Bei fahrbereiten Maschinen sollten sämtliche benötigten Schlüssel vorhanden sein.
3. Zubehör erfassen
Alle mitverkauften Anbaugeräte und Zubehörteile sollten eindeutig zugeordnet sein.
4. Dokumente bereithalten
Bedienungsanleitungen, Wartungsunterlagen und weitere vorhandene Dokumente sollten vorbereitet werden.
5. Abholbedingungen kommunizieren
Besondere Anforderungen am Standort sollten vor dem Transport bekannt sein.
Welche Fotos sollte der Verkäufer vor der Abholung bereitstellen?
Fotos können bei schweren Maschinen nicht nur für den Verkauf, sondern auch für die Transportplanung hilfreich sein.
Empfehlenswert sind Fotos von:
- der gesamten Maschine
- der Vorderseite
- der Rückseite
- beiden Seiten
- dem Fahrwerk
- der Arbeitsausrüstung
- dem Typenschild
- dem Betriebsstundenzähler
- erkennbaren Beschädigungen
- der Abstellposition
- der Zufahrt
- dem Hallentor beziehungsweise Baustellenzugang
Besonders wertvoll sind Bilder, die nicht nur die Maschine, sondern auch deren räumliche Umgebung zeigen.
Warum Videos bei schweren Baumaschinen hilfreich sein können
Ein kurzes Video kann zusätzliche Informationen liefern, die auf einzelnen Fotos nicht erkennbar sind.
Bei einer fahrbereiten Maschine kann beispielsweise gezeigt werden, dass der Motor startet und die Maschine bewegt werden kann.
Auch der Weg aus einer Halle oder über einen Betriebshof kann gegebenenfalls per Video dokumentiert werden.
Das ersetzt keine professionelle Transportplanung, kann aber eine erste Einschätzung der Situation erleichtern.
Wer organisiert die Abholung beim Verkauf?
Das sollte bereits bei der Verkaufsvereinbarung eindeutig geklärt werden.
Je nach Verkaufsmodell kann die Abholung beispielsweise durch den Käufer, den Verkäufer, einen Händler oder ein beauftragtes Transportunternehmen organisiert werden.
Gerade bei schweren Baumaschinen ist es sinnvoll, nicht nur zu vereinbaren, dass die Maschine „abgeholt“ wird. Es sollte möglichst klar sein, wer für welche Schritte verantwortlich ist.
Zu klären sind beispielsweise:
- Wer beauftragt den Transporteur?
- Wer trägt die Transportkosten?
- Wer organisiert die Verladung?
- Wer stellt notwendige Hebetechnik?
- Wer kümmert sich um Genehmigungen?
- Wer organisiert mögliche Begleitfahrzeuge?
- Wer trägt das Risiko während des Transports?
- Wann findet die Abholung statt?
Transportkosten beim Verkauf einer schweren Baumaschine
Die Transportkosten können je nach Maschine und Strecke erheblich variieren.
Einflussfaktoren können unter anderem sein:
- Gewicht der Maschine
- Transportabmessungen
- Entfernung
- Transportfahrzeug
- Verladeaufwand
- Demontageaufwand
- Genehmigungen
- Begleitfahrzeuge
- besondere Anforderungen am Abholort
- zeitliche Vorgaben
Deshalb sollte bei der Preisverhandlung nicht nur der Kaufpreis betrachtet werden. Ebenso wichtig ist die Frage, welche zusätzlichen Kosten für Verladung und Transport entstehen.
Schwere Baumaschine verkaufen: Abholung im Kaufpreis enthalten?
Ob die Abholung beziehungsweise der Transport Bestandteil des vereinbarten Verkaufs ist, kann vertraglich unterschiedlich geregelt werden.
Bei einem Verkauf „ab Standort“ kann beispielsweise vereinbart werden, dass der Käufer die Abholung organisiert.
In anderen Verkaufsmodellen kann der Händler oder Vermittler die weitere Logistik koordinieren.
Wichtig ist, dass die Vereinbarung eindeutig formuliert wird. Begriffe wie „ab Standort“, „ab Werk“ oder ähnliche Formulierungen sollten im konkreten Vertrag beziehungsweise Angebot eindeutig interpretiert und mit den tatsächlichen Verantwortlichkeiten abgeglichen werden.
Was passiert bei einer nicht fahrbereiten schweren Baumaschine?
Eine nicht fahrbereite Maschine ist nicht automatisch unverkäuflich.
Die Abholung erfordert lediglich eine andere Planung.
Mögliche Herausforderungen können sein:
- Maschine kann nicht selbst auf den Tieflader fahren
- Hydraulik funktioniert nicht
- Motor startet nicht
- Lenkung funktioniert nicht
- Arbeitsausrüstung lässt sich nicht bewegen
- Maschine steht an einer schwer zugänglichen Stelle
In solchen Fällen muss vorab geklärt werden, welche technische Lösung für die Verladung geeignet ist.
Demontage vor dem Transport
Bei besonders großen Baumaschinen kann eine teilweise Demontage sinnvoll oder erforderlich sein, um Transportabmessungen zu reduzieren.
Welche Komponenten demontiert werden können oder müssen, hängt vom jeweiligen Maschinentyp ab.
Typische Beispiele können je nach Maschine Arbeitsausrüstung, Auslegerteile oder andere transportrelevante Komponenten sein.
Eine Demontage sollte nicht spontan am Abholtag erfolgen, wenn dafür Spezialwerkzeug, Fachpersonal oder zusätzliche Hebetechnik benötigt wird.
Ladungssicherung bei schweren Baumaschinen
Nach der Verladung muss die Maschine für den Straßentransport entsprechend gesichert werden.
Die VDI-Richtlinienreihe 2700 befasst sich mit der Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen. Sie beschreibt unter anderem Grundlagen, Berechnung von Sicherungskräften und geeignete Sicherungsmethoden. Die Richtlinien richten sich an verschiedene Beteiligte wie Absender, Verlader, Frachtführer, Fahrzeughalter und Fahrzeugführer.
Für schwere Nutzfahrzeuge existiert beispielsweise VDI 2700 Blatt 8.2 mit Anforderungen an die Sicherung schwerer Nutzfahrzeuge auf geeigneten Fahrzeugtransportern.
Die konkrete Ladungssicherung muss immer auf die jeweilige Maschine, das Transportfahrzeug und die tatsächlichen Transportbedingungen abgestimmt werden.
Warum die richtige Ladungssicherung so wichtig ist
Eine schwere Baumaschine besitzt eine erhebliche Masse. Bei Bremsmanövern, Ausweichbewegungen oder Unebenheiten wirken entsprechend hohe Kräfte.
Die VDI weist darauf hin, dass eine wirksame Ladungssicherung ein geeignetes Transportfahrzeug sowie geeignete Sicherungsmöglichkeiten an der Ladung voraussetzt.
Für den Verkäufer bedeutet dies vor allem: Die Verladung und Sicherung sollte nicht als nebensächlicher Teil der Abholung betrachtet werden.
Abholung einer schweren Baumaschine Schritt für Schritt
Der typische Ablauf lässt sich vereinfacht in mehrere Schritte unterteilen.
Schritt 1: Maschine beschreiben
Hersteller, Modell, Baujahr, Betriebsstunden, Gewicht, Abmessungen und Zustand werden erfasst.
Schritt 2: Verkaufsumfang festlegen
Es wird geklärt, welche Anbaugeräte und Zubehörteile mitverkauft werden.
Schritt 3: Abholort beschreiben
Zufahrt, Abstellplatz, Hallentor, Rangierfläche und weitere Besonderheiten werden dokumentiert.
Schritt 4: Fahrbereitschaft prüfen
Es wird geklärt, ob die Maschine selbstständig bewegt und verladen werden kann.
Schritt 5: Transport planen
Auf Grundlage von Gewicht, Abmessungen und Strecke wird das geeignete Transportkonzept bestimmt.
Schritt 6: Genehmigungen prüfen
Falls Abmessungen, Achslasten oder Gesamtgewicht die zulässigen Grenzen überschreiten, wird geprüft, welche Erlaubnisse oder Ausnahmegenehmigungen erforderlich sind.
Schritt 7: Abholtermin vereinbaren
Transporteur, Verkäufer und gegebenenfalls Käufer stimmen den Termin und die örtlichen Voraussetzungen ab.
Schritt 8: Verladung
Die Maschine wird mit geeigneter Technik verladen und für den Transport gesichert.
Schritt 9: Abtransport
Die Maschine wird zum vereinbarten Ziel transportiert.
Was sollte am Abholtag bereitliegen?
Am Abholtag sollte möglichst wenig improvisiert werden müssen.
Idealerweise sind vorbereitet:
- Maschinenschlüssel
- Fahrzeug- beziehungsweise Maschinenunterlagen
- Serviceunterlagen
- vereinbarter Verkaufsumfang
- Zubehör und Anbaugeräte
- Ansprechpartner vor Ort
- Zugang zum Betriebsgelände
- Zugang zur Maschine
- Informationen zur Fahrbereitschaft
Wenn eine Demontage oder zusätzliche Verladetechnik vereinbart wurde, sollte auch deren Durchführung bereits organisatorisch geklärt sein.
Was passiert bei der Übergabe?
Bei der Übergabe sollte nachvollziehbar sein, welche Maschine und welches Zubehör den Standort verlassen.
Die Beteiligten können beispielsweise anhand der Maschinenidentifikation, Seriennummer beziehungsweise vorhandener Dokumentation prüfen, ob es sich um die vereinbarte Maschine handelt.
Je nach vertraglicher Gestaltung können außerdem Übergabeprotokoll, Zustandsdokumentation oder weitere Nachweise sinnvoll sein.
Besonders bei hochwertigen und schweren Maschinen empfiehlt sich eine saubere Dokumentation der Übergabe.
Schwere Baumaschine verkaufen: Welche Informationen sollte ich dem Käufer geben?
Je genauer die Informationen, desto einfacher kann die Abholung geplant werden.
Eine gute Verkaufsanfrage sollte deshalb möglichst folgende Angaben enthalten:
- Hersteller
- Modell
- Baujahr
- Betriebsstunden
- Maschinengewicht
- Länge
- Breite
- Höhe
- Fahrbereitschaft
- technischer Zustand
- bekannte Mängel
- Anbaugeräte
- Standort
- Zufahrtsbedingungen
- Abholbedingungen
Fotos und gegebenenfalls ein kurzes Video können diese Informationen sinnvoll ergänzen.
Die häufigsten Fehler bei der Abholung schwerer Baumaschinen
Fehler 1: Das Gewicht ist ungenau.
Eine falsche Gewichtsangabe kann zu einer ungeeigneten Transportplanung führen.
Fehler 2: Die Abmessungen werden unterschätzt.
Breite und Höhe können für die Transportstrecke entscheidend sein.
Fehler 3: Die Maschine ist nicht fahrbereit.
Wenn dies erst bei der Abholung festgestellt wird, kann zusätzliche Technik notwendig werden.
Fehler 4: Die Zufahrt wird nicht geprüft.
Ein geeigneter Tieflader benötigt ausreichend Platz, um den Abholort zu erreichen und dort zu rangieren.
Fehler 5: Anbaugeräte werden vergessen.
Zusätzliches Zubehör kann das Transportgewicht und die Anzahl der Transportteile verändern.
Fehler 6: Der Verantwortliche für den Transport ist unklar.
Bereits vor dem Verkauf sollte feststehen, wer Transport, Verladung und gegebenenfalls Genehmigungen organisiert.
Checkliste: Schwere Baumaschine verkaufen und abholen lassen
- Hersteller und Modell erfassen
- Baujahr dokumentieren
- Betriebsstunden notieren
- tatsächliches Maschinengewicht prüfen
- Länge, Breite und Höhe erfassen
- Fahrbereitschaft feststellen
- technische Mängel dokumentieren
- Anbaugeräte auflisten
- Typenschild fotografieren
- Maschine von allen Seiten fotografieren
- Abstellplatz fotografieren
- Zufahrt fotografieren
- Hallentor oder Baustellenzufahrt ausmessen
- Rangiermöglichkeiten prüfen
- Verladebedingungen klären
- Transportfahrzeug bestimmen lassen
- Genehmigungspflicht prüfen
- Verantwortlichkeiten schriftlich festlegen
- Abholtermin abstimmen
- Schlüssel und Unterlagen bereitlegen
- Übergabe dokumentieren
Schwere Baumaschine verkaufen ohne selbst den Transport zu organisieren
Für viele Unternehmen ist die Organisation des Transports der aufwendigste Teil des Verkaufs.
Insbesondere wenn kein eigener Fuhrpark für Schwertransporte vorhanden ist, kann es sinnvoll sein, die Logistik in professionelle Hände zu geben.
Je nach Verkaufsmodell kann der Käufer den Transport selbst organisieren. Alternativ kann ein Händler oder ein beauftragter Logistikpartner die Abholung koordinieren.
Entscheidend ist, dass die Zuständigkeit eindeutig vereinbart wird.
Schwere Baumaschine direkt am Standort verkaufen
Eine schwere Baumaschine muss nicht zwangsläufig zunächst auf einen anderen Standort gebracht werden, um sie verkaufen zu können.
Gerade bei großen Maschinen kann ein Verkauf ab Standort sinnvoll sein.
Die Maschine verbleibt bis zur Abholung am vorhandenen Standort. Nach der Verkaufsvereinbarung wird der Transport entsprechend den technischen und örtlichen Voraussetzungen organisiert.
Das kann für Unternehmen interessant sein, die vermeiden möchten, eine schwere Maschine zunächst selbst umzusetzen und anschließend erneut transportieren zu lassen.
Mehrere schwere Baumaschinen gleichzeitig abholen lassen
Wenn mehrere schwere Maschinen verkauft werden, sollte nicht jede Maschine isoliert betrachtet werden.
Bei einem größeren Maschinenbestand kann es sinnvoll sein, die gesamte Abholsituation gemeinsam zu planen.
Dabei können beispielsweise folgende Punkte berücksichtigt werden:
- Standorte der einzelnen Maschinen
- Gewichte
- Abmessungen
- Verladebedingungen
- Transportfahrzeuge
- Reihenfolge der Abholung
- notwendige Genehmigungen
- Anbaugeräte
Gerade bei einer Fuhrparkreduzierung, Standortschließung oder Betriebsauflösung kann dadurch ein umfassender Verkaufs- und Logistikprozess entstehen.
Schwere Baumaschine verkaufen: Direktankauf oder Vermittlung?
Beim Verkauf einer schweren Baumaschine kommen grundsätzlich unterschiedliche Verkaufswege infrage.
Beim Direktankauf steht die unmittelbare Veräußerung an einen Käufer beziehungsweise Händler im Vordergrund.
Bei einer Vermittlung wird dagegen ein geeigneter Käufer gesucht und der Verkaufsprozess begleitet.
Für die Frage der Abholung ist entscheidend, dass unabhängig vom Verkaufsmodell rechtzeitig geklärt wird, wie die Maschine vom bisherigen Standort zum Käufer gelangt.
Bei einer speziellen Maschine mit hoher Marktgängigkeit oder besonderer Ausstattung kann eine professionelle Vermarktung sinnvoll sein. Bei einem schnellen und möglichst unkomplizierten Bestandsabbau kann dagegen ein Direktverkauf interessant sein.
Schwere Baumaschine verkaufen mit dem BAUMASCHINENZENTRUM
Das BAUMASCHINENZENTRUM richtet sich an Unternehmen, die gebrauchte Baumaschinen, Baugeräte, Anbaugeräte oder größere Maschinenbestände verkaufen möchten.
Für eine erste Einschätzung sind insbesondere vollständige Maschinendaten, Fotos und Informationen zum Standort hilfreich. Bei schweren Maschinen sollten zusätzlich Gewicht, Abmessungen, Fahrbereitschaft und die Bedingungen für die Abholung angegeben werden.
So kann frühzeitig beurteilt werden, welche Informationen für den weiteren Verkaufs- und Transportprozess benötigt werden.
Wenn eine schwere Baumaschine direkt am bisherigen Standort verkauft werden soll, kann außerdem geprüft werden, welcher Verkaufsweg für die konkrete Maschine infrage kommt.
Sie möchten eine schwere Baumaschine verkaufen und die Abholung möglichst unkompliziert organisieren?
Bereiten Sie zunächst die wichtigsten technischen Daten, Fotos und Informationen zum Abholstandort vor. Besonders wichtig sind Gewicht, Abmessungen, Fahrbereitschaft, Zufahrt und mögliche Besonderheiten bei der Verladung.
Das BAUMASCHINENZENTRUM kann auf dieser Grundlage prüfen, wie der weitere Verkaufsprozess gestaltet werden kann und welche Informationen für eine mögliche Abholung benötigt werden.
Fazit: Schwere Baumaschine verkaufen – die Abholung frühzeitig planen
Beim Verkauf einer schweren Baumaschine ist die Abholung ein wesentlicher Bestandteil des gesamten Verkaufsprozesses. Je größer und schwerer die Maschine ist, desto wichtiger wird eine frühzeitige und präzise Transportplanung.
Gewicht, Länge, Breite, Höhe, Achslasten, Fahrbereitschaft und Verkaufsumfang sollten möglichst genau bekannt sein. Ebenso wichtig sind Informationen über den Abholstandort: Zufahrt, Rangierfläche, Hallentor, Baustellenzugang und mögliche Hindernisse können darüber entscheiden, wie die Maschine verladen und abtransportiert werden kann.
Bei Überschreitungen der zulässigen Abmessungen, Achslasten oder Gesamtgewichte können Genehmigungen beziehungsweise Ausnahmegenehmigungen erforderlich sein. Die Behörden benötigen hierfür unter anderem konkrete Angaben zu Transport und Strecke.
Auch die Ladungssicherung darf nicht unterschätzt werden. Die VDI-Richtlinienreihe 2700 behandelt die sichere Sicherung von Ladung auf Straßenfahrzeugen und berücksichtigt dabei ausdrücklich die Verantwortung verschiedener Beteiligter am Transport.
Für den Verkäufer bedeutet das: Je besser die Maschine und die Abholsituation dokumentiert sind, desto einfacher lässt sich der weitere Ablauf organisieren.
Die wichtigste Vorbereitung besteht deshalb nicht darin, die Maschine kurzfristig irgendwohin zu transportieren. Vielmehr sollten zunächst alle relevanten Informationen zusammengetragen und die Verantwortlichkeiten für Verladung, Transport und gegebenenfalls Genehmigungen eindeutig geklärt werden.
Eine schwere Baumaschine lässt sich deutlich einfacher verkaufen und abholen, wenn der Transport bereits von Anfang an Bestandteil der Verkaufsplanung ist.
